Welt und Wirklichkeit 

 

Sollten wir Ludwig Wittgenstein Glauben schenken, dann ist Welt nicht gleich Wirklichkeit. Wenn er von der Welt spricht, meint er: 

 

“Die Welt ist alles, was der Fall ist. Die Welt ist die Gesamtheit der Tatsachen, nicht der Dinge.“
Und Tatsachen sind:
„Was der Fall ist, die Tatsache, ist das Bestehen von Sachverhalten.“ 
Unter Wirklichkeit versteht er dagegen:
„Das Bestehen und Nichtbestehen von Sachverhalten ist die Wirklichkeit“. 

Letzteres wird verständlich, wenn man weiß, dass für Wittgenstein die Welt keine Liste sie ausmachender Dinge oder Gegenstände darstellt, sondern in deren Verbindung (Anordnung) erscheint: Dieselben Dinge können in verschiedenster Weise verbunden sein und bilden so verschiedene Sachverhalte (Wikipedia). So mag ein hölzerner Bleistift uns zum Schreiben und einem Holzwurm als Mahlzeit dienen.   

Demnach ist die Welt als Gesamtheit der Tatsachen eine Teilmenge der Wirklichkeit. Daraus folgt, dass die ihr zugrunde liegende Wirklichkeit nicht in unserer Welt erscheinen kann. Weil eine Teilmenge nicht die Menge enthalten darf, der sie entstammt.  

So konnte Wittgenstein sagen: 
„Das Subjekt gehört nicht zur Welt, sondern ist eine Grenze der Welt.“

 


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Berlin, Januar 2020 - D. Bartel

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