alltagsmeditationen

Die Kunst des Nicht-Wissens

Was bin ich?

Diese drängende Frage macht nur Sinn in Bezug auf unsere Körperlichkeit. Wer dagegen seinen Geist, respektive sich selbst als bewusstes Wesen erforschen möchte, erliegt einem grundsätzlichen Irrtum. Wie das Messer sich nicht zu schneiden vermag, kann der Geist sich selbst nicht zum Objekt der Untersuchung machen. Die Ermahnung Ludwig Wittgensteins kann hier gar nicht oft genug wiederholt werden::

„Das Subjekt gehört nicht zur Welt, sondern ist eine Grenze der Welt“

So gesehen ist die Frage „Was bin ich“ ein Schritt in die falsche Richtung. Die intensive Beschäftigung mit dem Ich verstärkt das Ich-Gefühl und wirkt dem eigentlichen Ziel der Meditation, das Ich als Fiktion zu durchschauen, entgegen. Tony Parsons wurde nie müde, auf dieses Problem hinzuweisen.

Was bleibt uns dann überhaupt noch übrig zu tun? Als praktische Hilfestellung sei hier die 4-i-Regel genannt, der Verzicht auf jegliche Kontrolle unseres Seins:

1. kein Idealisieren
2. kein Identifizieren
3. kein Individualisieren
4. kein Ignorieren

Finden ohne Suchen - Die 4-i-Regel  

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